Ev. Kirchengemeinde Nieder Neuendorf
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Suche Frieden und jage ihm nach! Psalm 34,15

Andacht zur Jahreslosung 2019 von Pfarrerin Barbara Eger

Etwas zu suchen, kann schön, aber auch belastend sein.

Ostereier suchen fällt für mich in die Kategorie „schön“. Es sei denn, man hat sie so gut versteckt, dass sie erst zu Pfingsten wieder auftauchen. Auch das gab es schon.

Den Reisepass vor der lange geplanten Reise zu suchen, hat das Potential, sehr belastend zu sein. Da wird die halbe Wohnung auf den Kopf gestellt und am Ende liegt er mit allen anderen Papieren auf dem Küchentisch.

Manch einer sucht immaterielle Dinge, die auch je verschieden gedanklich und inhaltlich gefüllt sind. Glück, Ruhe, Harmonie oder eben auch Frieden. Und verliert dabei vielleicht gerade das, was er sucht. Zufriedenheit, Gelassenheit und Geduld.

Dass wir etwas suchen, bedeutet allerdings auch, dass es diese Sache gibt. Ganz irdisch, materiell oder auf andere Weise. Es bedeutet also, dass es Frieden gibt. Einen Frieden, der die Abwesenheit von Streit, Trennung und Konflikten verspricht, vielleicht sogar den großen Schalom, den Frieden, der höher ist als unsere Vernunft und unsere Herzen und Sinne bewahrt.

Womit ich allerdings hadere, ist das zweite Bild, das uns in der Jahreslosung für das vor uns liegende Jahr vor Augen gemalt wird: „Dem Frieden nachjagen!“

Ich sehe vor meinem inneren Auge eine Person hektisch mit einem Kescher über eine Wiese laufen und mal nach links, mal nach rechts haschen, um zum Beispiel ein Insekt zu fangen. Anstelle des Insektes sehe ich das Wort Frieden vor mir. Immer ist er schon weitergezogen, verschwunden, bevor auch nur die Chance besteht, ihn zu erhaschen. Erschöpft sinkt die Person auf der Wiese zusammen und gibt auf.

So möchte ich nicht am Ende des Jahres sein. Definitiv nicht. Ich möchte Momente des Friedens, des inneren und des äußeren, erlebt haben, möchte in Harmonie und Glück mit meinen Mitmenschen und meiner Umwelt sein und dankbar zurückblicken auf das, was geworden ist.

Gedanken zur Jahreslosung 2018

Die Jahreslosung begleitet uns durch das ganze Jahr. Für 2018 steht sie in Offenbarung 21,6: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“

Durst ist eine elementare Erfahrung. Als „Lebensdurst“ steht sie für unsere Sehnsucht nach einem guten, sinnerfüllten Leben. Gott will diese Sehnsucht stillen. Diese gute Nachricht gilt allen Menschen. Unseren Lebensdurst sollen wir darum nicht auf Kosten anderer stillen, sondern mit ihnen. Das lebendige Wasser, das von Gott kommt, reicht für alle!

 

Die Jahreslosung für 2018 ist dem vorletzten Kapitel der Offenbarung des Johannes entnommen. Dieses Buch ist kein Reiseführer durch die Endzeit, sondern ein Trostbuch für bedrängte Christen. Seine ersten Adressaten sind „die sieben Gemeinden in der Provinz Asia“ (Offb 1,4), die in Offenbarung 1,11 aufgezählt werden: Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia und Laodizea.

Gegen Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Jahrhunderts nach Christus waren diese Gemeinden durch Irrlehren von innen und durch
Repressalien von außen bedroht. Unter Kaiser Domitian (81-96 n. Chr.), der sich seit 85 n. Chr. „dominus et deus noster“ („unser Herr und Gott“) nennen ließ, kam es zu ersten Verfolgungen von Christen, weil diese sich dem Kaiserkult verweigerten. Ähnliches geschah auch unter den Cäsaren Trajan (98-117 n. Chr.) und Hadrian (117-138 n. Chr.). Man nimmt deshalb an, dass die Abfassungszeit der Offenbarung irgendwann zwischen 90 und 140 n. Chr. liegt.

In Offenbarung 21 berichtet der Seher Johannes von einer Vision. Gegenstand dieser Vision sind der neue Himmel und die neue Erde, die Gott am Ende der Zeit schaffen wird (Offb 21,1). Als Mittelpunkt der neuen Welt
Gottes sieht Johannes ein „neues Jerusalem“ vom Himmel herabkommen. Es ist der Ort, an dem Gott in seiner neuen Welt mit den Menschen wohnen will (Offb 21,2-3). Dort herrschen paradiesische Zustände: Alle Tränen werden abgewischt, und es gibt keinen Tod, kein Leid, kein Geschrei und keinen Schmerz mehr (Offb 21,4). Gott macht alles neu (Offb 21,5).

Dafür steht dann auch das Bild von dem Durstigen, der umsonst vom Wasser des Lebens trinken darf (Offb 21,6). Die Hoffnung, dass Gott am Ende den Lebensdurst der Menschen stillt, gibt ihnen die Kraft, auf den Durststrecken des Lebens nicht aufzugeben, sondern zu „überwinden“ (Offb 21,7) und die Wüstenzeiten des Lebens durchzustehen.

Das bedeutet für uns:

Weil Gott bei uns ist und unseren Lebensdurst stillt, ohne dafür eine
Gegenleistung zu erwarten (umsonst!), können wir auch in schwierigen
Lebenssituationen die Hoffnung bewahren und vertrauensvoll unseren Weg in die Zukunft gehen. Dabei brauchen wir nicht auf Kosten anderer zu leben.

Volkmar Hamp

Jahreslosung 2016

Jesaja 66,13: Gott spricht: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“
 
Wir alle brauchen Trost. Wenn wir frustriert sind, weil eine Sache nicht so gelaufen ist, wie
wir sie uns vorgestellt haben, andere nur meckern und abwerten. Oder wenn wir traurig sind,
weil unser Lebensentwurf gescheitert ist. Besonders dann, wenn jemand stirbt, der mir viel
bedeutet, brauche ich Trost.
Trost brauchen wir immer dann, wenn etwas, das unser Leben ausgemacht hat, verloren
geht: sei es die Heimat, sei es der Job, die Ehe oder eben ein Mensch.
 
Zwei Arten des Trostes habe ich entdeckt. Trost durch Nahesein und Trost durch das
Aufzeigen neuer Perspektiven.
Beim Lesen der Jahreslosung 2016 fragte ich mich: Trösten Mütter eigentlich anders als
Väter? Vielleicht sogar besser?
Unter den Konfirmanden gefragt, kam heraus: „Mama nimmt mich, wen ich es zulasse, in
den Arm, kocht mir einen Tee, redet mit mir über die Sache – so wie früher.“ „Papa hingegen
lenkt mich ab, fährt mit mir Motorrad, kauft mir das begehrte Computerspiel oder lädt mich
zum Essen in das Restaurant mit dem großen „M“ ein.“ – das ist cool."
 
Durch den Propheten Jesaja sagt Gott die großartigen Worte: „Ich tröste wie eine Mutter.“
Wie macht Gott das? Die meisten Bilder zur Jahreslosung zeigen (mehr oder weniger
plastisch) Mütter, die ihr Kind tröstend im Arm halten. Das bedeutet übertragen: Gott nimmt
seine Kinder in den Arm. Sein Nahesein ermutigt, stärkt, gibt Kraft, Mut und Zuversicht.
Der DUDEN erklärt, dass das Wort Trost mit „treu“ zu tun habe, mit „innerer Festigkeit“, mit
„stark und fest sein“. Wer tröstet, gibt Halt, Stärkung und Ermutigung, etwas, woran man
sich festhalten kann.
Im Heidelberger Katechismus wird gefragt: „Was ist dein einziger Trost im Leben und im
Sterben?“ und gibt die Antwort: „Mein Trost ist, dass ich mit Leib und Seele Jesus gehöre.
Das gilt im Leben und auch, wenn ich sterbe.
 
Möge Gott Sie durch Jesus Christus in der Kraft des Heiligen Geistes in diesem Jahr trösten.
Bleiben Sie behütet!
 
Ihre Pfarrerin Barbara Eger
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